Wenn Kinder abends nicht zur Ruhe kommen

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Jeder der selbst Kinder hat, weiß nur zu gut, dass abends immer noch viel los ist und niemand an das Bettgehen denkt. Warum auch? Jetzt macht das Spielen und Herumtoben im Wohnzimmer erst so richtig Spaß. Dann kommt die Ermahnung: „Kinder, in 10 Minuten geht es ins Bett“. Aber jeder überhört es. Es folgt die zweite Aufforderung: „Kinder es ist Bettgeh-Zeit, in 5 Minuten geht’s ab.“ Aber keiner macht sich zur Schlafenszeit fertig. Das kann nicht sein, es ist doch Bettgehzeit!

Das Thema „Bettzeit der Kinder“ ist in unseren Breiten ein weit verbreitetes Problem, nicht aber in anderen Ländern und Kulturen, da sie dieser Thematik nicht so viel Bedeutung beimessen. Da schlafen die Kinder irgendwann ein, sie sind in der Nähe der Eltern. Hauptsächlich deswegen, weil Platzmangel vorherrscht, denn in vielen Kulturen lebt ein großer Familienverbund auf engsten Raum zusammen, so muss das Kind auch nicht alleine schlafen.

Wenn Kinder abends nicht zur Ruhe kommen

Wenn Kinder abends nicht zur Ruhe kommen – 3 wesentliche Faktoren dafür

Die fehlende Müdigkeit:

Wenn Kinder abends nicht zur Ruhe kommen hängt das von 3 wesentlichen Faktoren ab. Ein wichtiger unter ihnen ist die Müdigkeit. Viele Kinder sind noch nicht müde, wenn sie abends zu Bett gebracht werden. Darum ist es wichtig darauf zu achten, wenn der Nachwuchs zu gähnen beginnt oder sich die Augen reibt.

Die Angespanntheit lösen:

Der zweite Faktor ist die Anspannung. Viele Kinder stecken noch voller Energie, dass sie sich nicht ausreichend entspannen können. Entspannt kann das Kind aber nur dann sein, wenn es sich absolut sicher und geborgenfühlt. Darum ist es von Bedeutung, dass eine vertrauensvolle Person bei den Bettgehzeiten immer in der Nähe ist. Ein Kind kann sich erst dann richtig sicher fühlen, wenn diese Person anwesend ist. Darum schlafen Kinder am besten in den Armen der Eltern ein. Es ist die beste und natürlichste Art sein Kind so zum Schlafen zu bringen. Ein großes Familienbett, wo alle ihren Platz finden, ist sehr hilfreich, damit alle Familienmitglieder abends besser zur Ruhe kommen. Die klassische und strenge Aufteilung von Kinderzimmer und Schlafzimmer für die Eltern muss nicht sein, wichtig ist, dass sich alle wohlfühlen und die Geborgenheit finden, die sie zu späterer Stunde oft suchen.

Der richtige Rhythmus des Kindes wurde noch nicht gefunden:

Der dritte Faktor ist das Mitbestimmungsrecht der Kinder. Jeder Mensch hat seinen bestimmten Bio-Rhythmus. Aktivität und Tatendrang wechseln sich mit Müdigkeit und Abgespanntheit ab. Wenn sich das Kind die Augen reibt oder gähnt, dann ist die richtige Zeit, damit es zur Ruhe kommen kann. Wichtig ist es beim Schlafengehen auf die richtigen Signale zu achten, die das Kind aussendet, um dem Bio-Rhythmus des Kindes folgen zu können.

Das Bettgehen des Kindes ist ein abendliches Ritual. Wird dieses abendliche Ritual durch Zähne putzen, Schlafanzug anziehen und die Gute-Nacht-Geschichte in die Länge gezogen, kann es vorkommen, dass die Phase der Müdigkeit übertaucht wurde und die Kinder wieder hellwach sind und auf ihren Betten springen anstatt sich zur Ruhe zu begeben. Die Kinder powern sich noch einmal so richtig aus, sie kommen aber von allein wieder in die Phase der Müdigkeit zurück.

Die Eltern fungieren als Vorbild und müssen Ruhe ausstrahlen

Es ist wichtig, dass die Eltern Empathie entwickeln, wenn die Kinder abends nicht zur Ruhe kommen. Es sollte nicht hinterfragt werden, warum der Prozess des Einschlafens so lange dauert. Mehr Bedeutung haben in diesem Moment folgende Fragen: Ist mein Kind schon müde? Sucht es die Nähe eines Elternteils? Wie ist sein persönlicher Rhythmus bestellt? Es ist wichtig, dass Eltern gelassen bleiben, wenn abends nicht auf Knopfdruck Ruhe einkehrt. Das Kind sollte von einer anderen Perspektive heraus betrachtet werden. Denn ist ein Kind sich abends beim Bettgehen selbst überlassen, verlässt es sich auf seinen eigenen Instinkt und tut das Richtige für sich. Wenn ein Kind müde ist, dann geht es ohne Aufforderung zu Bett, wenn ein Kind nicht müde ist, dann will es einfach nicht einschlafen und verweigert das zu Bett gehen.

Zu wenig Zeit führt dazu, dass Kinder abends nicht zur Ruhe kommen

Es ist wichtig, sich als Elternteil nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, wenn abends eben diese nich einkehren. Vielleicht möchte das Kind noch etwas Zeit mit seinen Eltern gemeinsam verbringen? Der Berufsalltag erfordert es oft, dass das Kind den ganzen Tag von anderen betreut wird. Es ist im Kindergarten, in der Schule, im Hort, bei Oma usw. Oft bleiben da nur 3 bis 4 Stunden, bis es Zeit ist für das Kind ins Bett zu gehen. Diese Zeit ist einfach zu kurz. Das Kind macht dadurch einen indirekten Aufruf an seine Eltern, es braucht mehr gemeinsame Zeit mit ihnen. Das Wochenende reicht dafür nicht aus. Zudem sind die Kinder abends oft viel entspannter als den Tag über. Wenn die Kinder abends dann noch Zeit mit ihren Eltern verbringen möchten, dann ist das ihr innerstes Bedürfnis, das man ihnen nicht verwehren sollte. Eine gemeinsame Familienzeit am Abend kann für alle Familienmitglieder ein großer Gewinn sein, bei dem sie viel mitnehmen können.

Schlafrhythmen ändern sich

Auch die Schlafrhythmen sind nicht immer gleich, hat das Kind viele neue Eindrücke zu verarbeiten, hat es Kummer, steht es unter Leistungsdruck, dann dauert das Einschlafen oft länger. Denn der Tag wird im Bett noch einmal Revue passiert. Es kann aber auch sein, dass das Kind gerade mitten in einer Wachstumsphase steckt, dann ist das Bedürfnis nach Schlaf natürlich höher und es schläft abends schneller ein. Kinder schlafen einmal mehr – einmal weniger. Zudem gilt zu beachten, Kinder, die sehr zeitig zu Bett gebracht werden, stehen logischerweise auch zeitig am Morgen auf.

Ein schöner Abend = eine gute Nacht

Viele Eltern äußern das Argument: „Jetzt ist Elternzeit, viele Kinder schlafen um diese Uhrzeit schon.“ Aber ist das tatsächlich so? Oder ist das nur ein beliebiges Argument, um die Kinder ins Bett zu schicken, weil Eltern zu geschafft sind von ihrem Alltag? Diese Frage kann nur jeder Elternteil für sich alleine beantworten. Es sollte aber durchaus bedacht werden, dass das Kind gerade in den Abendstunden die Nähe zu ihren vertrauten Personen sucht bzw. auch braucht. Wenn das Sandmännchen beim Kind versagt, ist es wohl am besten, die Eltern springen für das Sandmännchen ein und bescheren dem Kind einen schönen Abend, der in eine gute Nacht übergeht.

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