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Warum in der Natur spielen so wichtig für Kinder ist

Warum in der Natur spielen so wichtig für Kinder ist
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Der Fernseher ist angemacht, die tollkühnen Helden zeigen was sie können, an der Spielkonsole wird gezockt. So verbringt heute unser Nachwuchs den größten Teil seiner Freizeit. Der Weg durch den Wald, der mit Moos und Steinen bedeckt ist, er ist lang, uneben und von den Kindern von heute wird er nicht mehr beschritten. Warum nur? Eine Studie zeigt auf, dass der Spielraum von Kindern immer kleiner wird. Denn unsere Kinder werden immer mehr zu „Indoor-Kids“ erzogen, die ruhig einmal eine ordentliche Portion Matsch oder Schnee vertragen könnten.



Das war nicht immer so…

Unsere Vorfahren haben es vorgemacht, wie es ist, die Natur sein Kinderzimmer zu nennen. Unser Urgroßvater war ständig draußen unterwegs, dort wo das Unterholz knisterte und raschelte. Auch baute unser Großvater eine Festung aus Ästen, denn so wurden echte Ritter geboren. Vater fuhr mit dem Fahrrad zum Freund, um ihn zu besuchen. Und heute werden die Kinder von der Mama zur Schule gebracht und auch wieder abgeholt. Sie dürfen ohne Aufsicht nur bis zum Ende der Sackgasse. Der Raum unserer Kinder ist deutlich kleiner geworden, er wurde geschrumpft. In den 20er-Jahren hatten die Kinder noch einen Radius von etwa 10 Kilometer. Wie hoch ist er nun? In der Zwischenzeit hat er sich auf 20 Meter beschränkt. Wer trägt die Schuld an diesem Umstand? Grundsätzlich sind es die Eltern und natürlich nimmt auch die elektronische Unterhaltung einen wesentlichen Anteil daran. Plus die Bequemlichkeit der Kinder, die in der heutigen Zeit stark zum Tragen kommt.

Kind spielt in der Natur © Kseniia
Quelle: Fotolia © Kseniia

Übervorsichtige Eltern schränken ein

Die Eltern sind froh, wenn der Nachwuchs hinter der Spielkonsole sitzt und neue Rekorde brechen möchte, denn so können sie beruhigt sein, ihrem Kind kann nichts passieren, es ist zu Hause. Früher war es ganz normal, dass Kinder mit ihrem Fahrrad durch die Straßen und Wälder streiften. Heute erhält nur mehr ein Viertel der Kinder die Erlaubnis selbst mit dem Rad die Gegend zu erkunden. Denn die Angst, es könnte doch etwas passieren, ist zu groß. Diese Angst ist dafür ausschlaggebend, dass sich der Raum für die Kinder verkleinert. Da hat man als Eltern lieber die Kinder im Auge und unter Kontrolle. Aber Vorsicht, die Ängste der Eltern sind ansteckend. Sie übertragen sich kurzerhand auf den Nachwuchs und lassen ihn bequem werden.



Was bewirkt das Spielen im Freien für die Entwicklung?

Unsere Kinder können sich dadurch besser entwickeln. Spielen in der freien Natur bietet Beständigkeit bei jeder Witterung, so wie das Abenteuer. Wenn aus Ästen Schwerter werden und sich Jungs zu Rittern verwandeln, um die Prinzessinnen des Landes zu befreien. Kinder wollen ihre Welt eigenständig entdecken können, sie wollen auf Bäume klettern und barfuß über die Wiese laufen. Dass sich dabei der eine oder andere Kratzer geholt werden kann oder es ein aufgeschürftes Knie gibt, damit muss einfach gerechnet werden. Kein Grund dafür, dass sich Eltern bereits im Vorfeld Sorgen machen und in Panik ausbrechen.

In der heutigen Zeit ist die Aufforderung immer öfters zu hören: „Bleib immer dort, wo ich dich sehen kann.“ Alleine oder mit Freunden in der Natur zu spielen ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Aber in den eigenen vier Wänden ist den Kindern schon alles bekannt. Da gibt es nichts Neues mehr zu entdecken. Da gibt es keinen Baum, auf den man klettern könnte. Keinen Hügel, der sich in den Wintermonaten zur Schlittenfahrt anbietet. Kein Bach über den man im Frühling mutig springen kann. Draußen zu spielen ist ein wichtiges Grundbedürfnis für die Kinder. Sie wollen sich in der freien Natur aufhalten und sie wollen ihre ganz eigenen Erfahrungen machen, ohne ständig unter Beobachtung zu stehen. Oft sind es die kleinen Dinge des Lebens, auf die Kinder ganz besonders stolz sind. Ein Schmetterling, der in der Luft tanzt, ein Marienkäfer, der auf dem Arm krabbelt oder ein Feldhase, der geduckt im Gebüsch sitzt.

Bei jedem noch so kleinen und unscheinbaren Erlebnis, stellt das kindliche Gehirn eine neue Verbindung her und produziert dabei Glückshormone. Die Natur hat den Kindern viel mehr zu bieten, als Erwachsene oft ahnen können. Nicht zuletzt lernt das Kind auch Gefahren besser einzuschätzen und es reift in seiner eigenständigen Persönlichkeit.

Jedes Kind sollte seinen Bewegungsdrang ausleben dürfen

Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, den sie auch ausleben möchten. Ein Spaziergang an der Hand eines Erwachsenen reicht da oft nicht aus. Er gilt als zu langweilig für den Nachwuchs. Viele Eltern stellen sich oft die Frage: „Welche Sportart ist genau die richtige für mein Kind?“ Aber ist es wirklich nötig, dass das Kind seine Kraft und Koordination auf einem Spielfeld ausübt, reicht nicht schon eine einfache Wiese dafür aus?

Stimmt, eine einfache Wiese reicht vollkommen, denn das Kind fragt nach Vielseitigkeit. Es lernt im freien Spiel seine Körperspannung zu beherrschen, erlangt mehr Ausdauer, Kraft und Koordination und wird dabei immer schneller. Dafür braucht es keinen Coach. Der Enthusiasmus ist geweckt, wenn Kinder nach Belieben herumtoben können. Sie müssen dabei von Erwachsenen nicht motiviert oder angespornt werden. Im Grunde bewegt sich jedes Kind sehr gerne und im Freien beim Ritterspiel erarbeiten die Kinder selbst soziale Konzepte. Sie lernen mit Siegen und Niederlagen umzugehen. Nach einer kurzen Auszeit im Grünen können sie sich auch wieder besser konzentrieren, wenn es darum geht, die Hausaufgaben fertigzustellen. Und vor allem, der wichtigste Aspekt, sie haben großen Spaß dabei, wenn sie sich einmal selber überlassen sind und die Natur ihr Reich ist.



Gemeinsam zurück zur Natur finden

Viele Kinder leiden bereits unter einer „Natur-Defizit-Störung“. Sie wissen zwar, wie sie alle Level des neuen Konsolen-Spiels knacken. Sie wissen aber nicht, wie es sich anfühlt, wenn ein Marienkäfer am Arm hochkrabbelt. Darum sollte ein Umdenken stattfinden. Es dürfen wieder mit Ästen kleine Staudämme über den Bach gebaut, auf Bäume geklettert oder mit dem Fahrrad zur Schule gefahren werden.

„Hinfallen und wieder aufstehen“, so sollte die Devise der Kinder lauten. Und die Eltern müssen sich von dieser Angst befreien, dass den Kindern etwas zustoßen könnte. Damit die Kinder wieder zurück zur Natur finden, braucht es nicht viel. Einige Stunden im Freien reichen aus. Mit Freunden, frei und ohne Aufsicht. Neue Erfahrungen und spannende Abenteuer dürfen gemacht werden. Kleine Schrammen oder aufgeschürfte Knie können da schon einmal vorkommen, aber ein Indianer kennt bekanntlich keinen Schmerz.

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About Anne

Für mich ist Kindererziehung Herzensangelegenheit. Ich schwöre auf den Spruch von Jean Paul: Mit einer Kindheit voll Liebe kann man ein ganzes Leben lang aushalten.

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